5. Dialog „Leben mit MG“

Verstehen.
Austauschen.
Mut machen.

Diagnose MG: Bewegung und Sport mit MG

Rückblick: Patientendialog am 23.04.2026

Am 23. April 2026 drehte sich beim 5. „Dialog Leben mit MG“ alles um Bewegung und Sport bei Myasthenia gravis. Wie bei der vorherigen Ausgabe moderierte Larissa Winterle das Online-Event, an dem eine Betroffene, ein Sport- und Neurowissenschaftler und ein Physiotherapeut teilnahmen.

Bevor die Gesprächsrunde begann, meldete sich kurz Dr. Frederique Wieters zu Wort. Der Medical Scientific Liaison Manager bei argenx Germany GmbH verantwortet alle MG-Patientenprojekte. In seinem Beitrag ging er darauf ein, wie das Zusammenspiel aus Ernährung, Bewegung und sozialer Teilhabe zum Therapieerfolg beitragen kann – über eine wirksame Medikation hinaus.

Im Anschluss stellte sich die 25-jährige Maja vor. Sie lebt seit 2017 mit der Diagnose MG. Die passionierte Läuferin schilderte, wie der Ausbruch der Erkrankung nicht nur ihrer Leidenschaft ein Ende setzte, sondern auch die Ziele im Alltag sich veränderten. Dank einer Therapieanpassung in den letzten Monaten fand sie wieder in die Spur zurück und ist wieder sportlich aktiv.

Die wissenschaftliche Perspektive auf das Thema Bewegung brachte Prof. Dr. Dr. Philipp Zimmer ein. Der Leiter des Lehrstuhls für Sportmedizin an der TU Dortmund erläuterte, wie körperliche Aktivität das Immunsystem beeinflusst, was Forschungsdaten zu Fatigue und Lebensqualität bei chronischen Erkrankungen zeigen – und welche Erkenntnisse sich davon auf MG übertragen lassen

Der letzte Gast der Veranstaltung war Andreas Schedl. Als Physiotherapeut mit Spezialisierung auf neurologische Rehabilitation ergänzte er den Austausch durch praxisnahes Wissen aus dem Therapiealltag. Er erklärte, was es mit der Belastungssteuerung auf sich hat und worauf gerade Patienten mit Neuropathien achten sollten.

Zum Abschluss diskutierten die Teilnehmenden intensiv das Thema Training mit MG. Abgerundet wurde der Austausch durch anonym eingereichte Chat-Fragen aus dem Publikum, auf die die Gäste detailliert eingingen. Das Fazit: Das Thema Bewegung bewegt die Community.

Highlights aus dem 5. Dialog „Leben mit MG“ – Bewegung und Sport mit MG

Das Video resümiert zentrale Passagen der Online-Veranstaltung: Wie ist Maja der Wiedereinstieg in den Sport gelungen? Welche Erkenntnisse liefert die Forschung zum Thema? Und welche Rolle kann Physiotherapie einnehmen?

1 Patientin + 2 Experten im Austausch über: Sport und Bewegung mit MG, Erkenntnisse aus der Forschung, Rolle der Physiotherapie bei neurologischen Erkrankungen

Maja, 25, betroffen von Myasthenia Gravis

Maja (25) lebt seit 2017 mit ihrer Diagnose. Erste Symptome zeigten sich beim Sport, bevor sie sich nach und nach auch im Alltag bemerkbar machten. Eine lange Phase ohne körperliche Aktivität war die Folge. Nach ihrer Therapieumstellung hat sie ihr Lauftraining wieder aufgenommen, ergänzt es mit etwas Yoga und tanzt Salsa Cubana. Dabei achtet sie stets auf ihre körperlichen Grenzen. Derzeit macht die gebürtige Rostockerin ihren Master in „Biomedizinischer Technik“ an einer Berliner Hochschule.

Prof. Dr.  Dr.  Philipp Zimmer

Prof. Zimmer ist Sport- und Neurowissenschaftler und erforscht, wie körperliche Aktivität das Immunsystem sowie neurologische Erkrankungen beeinflusst – darunter Multiple Sklerose und Krebserkrankungen. Schwerpunkt seiner Tätigkeit sind die Effekte von Sport auf das Immunsystem bei gesunden Menschen sowie bei klinischen Populationen.

Andreas Schedl
Physiotherapeut, Spezialisierung auf neurologische Rehabilitation

Andreas Schedl betreut seit Jahren Menschen mit Einschränkungen des Nervensystems – darunter auch Betroffene von MG. In leitender Funktion ist er für die neurologische Abteilung einer Physiotherapie-Praxis in Kempten tätig. Außerdem wirkt er seit 2019 als Dozent im Lehrteam NEKU an der Konzeption sowie Durchführung neurologischer Fort- und Weiterbildungen mit.

Sie haben die Veranstaltung verpasst? Hier finden Sie alle Beiträge in voller Länge.

Maja
„Bewegung lohnt sich – für ein besseres Körpergefühl und die eigene Gesundheit“ – Majas Rückkehr in ein aktives Leben trotz MG


Die Symptome der Myasthenia gravis zeigten sich bei Maja zunächst beim Sport, später auch im Alltag. Nach jahrelanger Pause fand sie – durch eine Therapieumstellung – schrittweise zurück zur Bewegung. Seit einigen Monaten trainiert sie wieder, macht etwas Yoga und hat das Salsa Cubana-Tanzen für sich entdeckt.

Prof. Dr. Dr. Philipp Zimmer
„In Studien zeigt sich: Es gibt nichts, was so potent, so stark und so gut gegen eine Symptomatik hilft wie Bewegung.“


Der Leiter des Bereichs Sportmedizin an der TU Dortmund erläutert, welche Trainingsformen nachweislich bei Fatigue oder einer Depression wirken. Dabei stützt er sich auf fundierte Studiendaten.

Andreas Schedl
„Der Antrieb, sich nicht unterkriegen zu lassen und mehr zu machen, ist bei sehr vielen Patienten zu sehen.“


Als spezialisierter Physiotherapeut hat Andreas Schedl mit vielen Menschen gearbeitet, die von neurologischen Erkrankungen betroffen sind. Im Rahmen des Dialogs geht er auf die Belastungssteuerung beim Training ein. Vor allem erläutert er, wie sich mithilfe von Physiotherapie schrittweise mehr Bewegung in den Alltag einbringen lässt.

Diskussionsrunde mit den Teilnehmenden
„Einfach mal ausprobieren und den Schritt wagen – und wenn nötig, professionelle Hilfe holen.“ – Andreas Schedl zum Einstieg in den Sport bei MG


Zum Abschluss tauschen sich die Anwesenden zu den Zusammenhängen zwischen Bewegung und Myasthenia gravis aus. Dazu gehören auch konkrete Fragen aus der Community, die sich anonym während des Live-Streams stellen ließen: Welcher Sport eignet sich etwa, um nach der Diagnose im hohen Alter loszulegen? Oder wie lassen sich geeignete Physiotherapeuten finden, die sich mit neurologischen Erkrankungen auskennen?

MED-DE-EFG-2600047 April 2026